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Unglaubliches

In dieser Rubrik lesen Sie wirklich Unglaubliches! Ein Freund unserer Praxis, der Außenkorrespondent Michael Aufhörer, hält für Sie nach den verrücktesten und interessantesten Storys aus der Welt der Zähne Ausschau.

Märchen oder Realität?  Was glauben Sie?

Skrupellos – Das blutige Geschäft der Prothesen-Mafia

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Der Schock sitzt. Menschliche Opfer werden regelrecht ausgeschlachtet. Was im Film „Fleisch“ aus dem Jahr 1979 noch wie Fiktion wirkte, ist heute bittere Realität. Der weltweite Organ-Handel boomt. Und jetzt haben sie ihr Gebiet scheinbar ausgeweitet: menschliche Zahnprothesen sind der aktuelle und lukrative Renner.
Rund 12.000 zahnlose Menschen warten in Deutschland (europaweit rund 40.000) auf eine lebensqualitäterhöhende Zahnprothese. Die Zahnersatzlisten sind verheerend lang. Jeden Tag kommen durchschnittlich 150 Patienten neu auf die Warteliste, weil eine Prothese nicht rechtzeitig aus Ostasien zu bekommen war.
Wer wann welche Prothese bekommt, wird wegen der eingeschränkten Herstellungskapazitäten in Ostasien nach medizinischen Kriterien wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht entschieden. Der finanzielle oder soziale Stand ist völlig egal. Also greifen vor allem Reiche in ihrer Verzweiflung und Leidensangst zum letzten Mittel: Geld.
Diese Analyse geht unter die Haut. „VS-Vertraulich“ steht im Kopf des vierseitigen Berichts, der Inhalt ist laut Stempel „amtlich geheimgehalten“.

Prothesenklau

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Prothesenklau - Zahnlos nach Streit mit der Ex

Ein Braunschweiger hat bei einem Streit mit seiner früheren Partnerin seine dritten Zähne eingebüßt. Im Verlauf der heftigen Auseinandersetzung in der Nacht zu Samstag nahm die 41-Jährige die abgelegten Ober- und Unterkieferprothesen des zwei Jahre älteren Mannes einfach an sich und verließ die Wohnung, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Es habe sich dabei "wohl um einen Racheakt gehandelt", da sich eine "Zueignungsabsicht" eher nicht unterstellen lasse, sagte ein Polizeisprecher.

Die Tat sei dadurch begünstigt worden, dass der Mann die Dritten zur Nachtruhe bereits aus dem Mund genommen hatte, als es in seiner Wohnung zu der Aussprache mit der Frau kam. Die von dem Mann herbeigerufene Polizei konnte zwar die Frau ausfindig machen, nicht aber die Zähne. Die seien vermutlich entsorgt worden, sagte der Polizeisprecher.
Die Frau habe zwar zugegeben, die Zähne an sich genommen zu haben. Sie habe sich aber angeblich nicht mehr daran erinnern können, wo sie geblieben seien. Der Schaden wurde mit etwa 2.000 Euro beziffert.

Quelle: (dapd), www.fvdz.de)

Fremdsprachen-Akzent-Syndrom

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Thessa hat jetzt die Schnauze voll. Dafür kennt Thessa nun Goethe, auch wenn sie sich bisher überwiegend bei Facebook gebildet hat. Aber dann, falscher Click, Geburtstagsparty versaut, weil Thessa die Geister, die sie rief, nicht mehr loswurde – hätte sie mal besser vorher den Zauberlehrling studiert. Dann hätte sie gewusst, dass so was von so was kommt. Andererseits, kommt so was immer von so was?
Karen Butler weiß es nicht. Karen Butler ist 56, Amerikanerin aus Toledo in Oregon. Vor einiger Zeit musste sie sich die Zähne richten lassen. Sie bekam Prothesen, neue Zahnprothesen. Und als sie aus der Operation wieder erwachte, nun, sie spricht amerikanisch mit britisch Akzent. Sie weiß nicht warum. Sie war niemals war in Europa.

Peilsender in der Zahnfüllung

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Das Landgericht Stuttgart hat darüber verhandelt, was mit dem paranoid-schizophrenen Mann aus Leonberg geschehen soll, der im Herbst 2009 einen Zahnarzt geschlagen hatte. Der Angeklagte war damals überzeugt gewesen, der Arzt hätte ihm einen Überwachungs-Chip eingepflanzt. Das Urteil fällt die Strafkammer am kommenden Dienstag - es geht um die Frage, ob der 28-Jährige in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss oder nicht. Der Staatsanwalt forderte, den Mann dauerhaft in eine Klinik einzuweisen. Sein Verteidiger plädierte allerdings dafür, ihm eine Chance in Freiheit zu geben.

Die Tat selbst gab der Beschuldigte sofort zu, mehrere Zeugen schilderten den Vorfall übereinstimmend. Demnach war er am 25. September 2009 in einer Zahnarztpraxis in einem Leonberger Ortsteil aufgetaucht und hatte lautstark gefordert, man müsse ihm "den Zahn ziehen und die Wanze herausnehmen". Als die beiden Arzthelferinnen ihn fragten, um was es überhaupt gehe, schlug er mit der Faust auf den Tisch und schrie weiter. Den Zahnarzt, der schließlich aus dem Behandlungszimmer kam, schlug er unvermittelt mit der Faust ins Gesicht, sodass dieser zu Boden ging. Dann versetzte ihm der 28-Jährige noch mindestens einen Fußtritt und ließ erst von ihm ab, als herbeigeeilte Patienten eingriffen. Er verließ dann aufgebracht die Praxis und warf von außen zwei Fensterscheiben mit Steinen ein.

Rentner schmuggeln Drogen für neue Zähne

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Er benötigte dringend ein neues Gebiss. Weil die schmale Rente für die Zuzahlung aber nicht reichte, organisierten sich ein 64-jähriger aus Weeze und seine 60-jährige Ehefrau einen lukrativen Nebenverdienst: Sie schmuggelten als Kurierfahrer kiloweise Marihuana über die deutsch-niederländische Grenze.

Am Mittwoch (1. Dezember) wurden sie dafür am Klever Landgericht bestraft. Der 64-Jährige muss für zweieinhalb Jahre hinter Gitter, seine Ehefrau wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Nach Überzeugung der Kammer hatte sich zwischen Oktober und Dezember 2009 Folgendes abgespielt: Die gemeinsame Tochter hatte bereits öfter für einen niederländischen Rauschgifthändler Drogen geschmuggelt. Als sie erkrankte, bat die Tochter ihre Eltern, für sie einzuspringen. „Daraus entwickelte sich ein eingespieltes System“, sagte Richter van Gemmeren. Beinahe täglich brachten die beiden Rentner – teils getrennt, teils gemeinschaftlich – Drogen mit dem Auto aus den Niederlanden nach Düsseldorf, Essen und Wermelskirchen. Bei mindestens neun Fahrten wurden von den beiden Angeklagten insgesamt 14 Kilogramm Marihuana transportiert – für jeweils 200 bis 300 Euro pro Fahrt, Benzinkosten inklusive.
Die Sache flog auf, als ein anonymer Informant die Polizei darüber in Kenntnis setzte, dass sich die arbeitslose Tochter plötzlich einen luxuriösen Lebensstil leisten konnte: Sie fuhr wahlweise mit einem Porsche oder einem BWM vor. Außerdem hatte der Unbekannte beobachtet, dass täglich Rauschgiftpäckchen an die Familienmitglieder geliefert wurden. Der Enkelsohn des Rentnerpärchens war nach Überzeugung der Kammer auch in die florierenden Drogenkurierfahrten verwickelt. „Da erhält die Bezeichnung ,Familienbande‘ eine doppelte Bedeutung“, sagte van Gemmeren. Nachdem die Polizei die Rentner längere Zeit überwacht hatte, stoppte sie das Paar im Dezember 2009 am Grenzübergang Straelen/Autobahn mit 4,8 Kilogramm Marihuana im Kofferraum.
Mit dem Urteil seien die beiden Angeklagten noch gut bedient, befand van Gemmeren. Insbesondere die 60-Jährige, die die Drogenfahrten organisiert hatte, hätte wohl eine doppelt so hohe Haftstrafe erhalten, so der Richter, wenn sie nicht die Hintermänner des Drogenhandels verraten hätte.

Quelle: Rheinische Post, 02.12.2010