Angst vor Angstpatienten

Ein Thema, das gerne tabuisiert wird: Die Angst des Zahnarztes vor dem Patienten, vor dem Angstpatienten. Ein nicht zu unterschätzender Streßfaktor für den unbedarften Zahnarzt. Aber es gibt sowohl für den Zahnarzt als auch für den ängstlichen Patienten und seine meist ebenfalls ängstlichen Angehörigen: Hypnose. Eine äußerst effektive psychotherapeutische Kurzzeitbehandlung. Fragen Sie uns einfach und lesen Sie auf diesen Seiten mehr dazu.


Für viele Patienten löst alleine der Gedanke an den Zahnarztbesuch Angst aus. Doch auch für die Zahnärzte bedeutet die Behandlung oft Stress. Eine neue Studie will die Beanspruchung der Zahnärzte untersuchen.


Die zahnmedizinische Behandlung von Menschen mit zum Teil extremer Behandlungsangst ist nicht nur für die betroffenen Patienten eine Herausforderung: Prof. Dr. Nina Heinrichs und Nora Buhrow von der TU Braunschweig untersuchen in einem Forschungsprojekt die Wirksamkeit von psychotherapeutischen Kurzzeitinterventionen zur Behandlung der Zahnbehandlungsphobie.


Die Mitarbeiterinnen des Instituts für Psychologie der TU Braunschweig wollen anhand des "Fragebogens zur Beanspruchung von Zahnärzten im Berufsalltag (FBZB)" - den Sie unten auf der Seite downloaden können - jene Bereiche identifizieren, die mit einer besonders starken Belastung im Berufsalltag einhergehen. Auf Basis des aktuellen Forschungsstandes, haben die Wissenschaftler aus Braunschweig Grund zu der Annahme, das die Behandlung von Angstpatienten einen der größten Stressfaktoren von niedergelassenen Zahnärzten ausmacht.

Jahrelang nicht zum Zahnarzt

Die Zahnbehandlungsphobie gehört als eine der spezifischen Phobien zu den häufigsten Angsterkrankungen. Schätzungen für die 12-Monats-Prävalenz von spezifischen Phobien bei Erwachsenen in der EU liegen bei 6,4 Prozent (Wittchen & Jacobi, 2005). Menschen mit Zahnbehandlungsphobie vermeiden über viele Jahren hinweg den Zahnarztbesuch. Wissenschaftliche Untersuchungen finden Angaben zwischen 2 und 31 Jahren (Öst, 1987; Sartory & Wannemüller, 2010).

Körperliche und psychosoziale Folgen

Weiterhin kann bei dieser Patientengruppe ein deutlich schlechterer Zahnstatus festgestellt werden (Ng & Leung, 2008; Thom, Sartory & Jöhren, 2000). Bei Zahnbehandlungsphobikern sind etwa ein Viertel aller Zähne behandlungsbedürftig (Moore , Brødsgaard & Birn, 1991; Thom, Sartory & Jöhren, 2000). Neben den schädlichen körperlichen Konsequenzen, die durch die Zahnbehandlungsphobie entstehen können, wurde eine Reihe von psychosozialen Folgen der Zahnbehandlungsphobie beschrieben.

Einer der größten Stresssoren für den Zahnarzt

Bei einer langen Vermeidungsdauer von Zahnbehandlungen, scheint es naheliegend, dass Zahnärzte die Behandlung von ängstlichen Patienten als eine Herausforderung erleben. Moore und Brødsgaard (2001) wiesen in ihrer Untersuchung nach, dass die Behandlung von Angstpatienten zu den fünf größten Stressoren der täglichen Praxis von Zahnärzten zählt. Auch in anderen Studien wird von einer stärkeren Beanspruchung der Zahnärzte durch die Behandlung von (extrem) ängstlichen Patienten berichtet (Brahm et al., 2012; Hill, Heinsworth, Burke & Fairbrother, 2008; Kay, & Lowe, 2007; Kreyer, 1993; Weiner & Weinstein, 1995).

Fokus auf die Gefühle und Gedanken

Wodurch sich diese Beanspruchung äußert, wurde bisher nicht detailliert untersucht. Zwar wurden generelle Beanspruchungsfaktoren, wie nicht wahrgenommene Behandlungstermine, spät abgesagte Behandlungstermine oder nicht eingehaltener Zeitplan (Moore & Brødsgaard, 2001), genannt, diese wurden in Umfragen jedoch nicht eindeutig mit der Behandlung von Patienten mit Zahnbehandlungsangst in Verbindung gesetzt. Andere Beanspruchungsfaktoren, wie beispielsweise ausgelöste Gefühle oder Gedanken, wurden bisher nicht untersucht.

Psychotherapie für Angstpatienten

Aus diesem Grund sei es erstens sinnvoll zu untersuchen, wie sich die Beanspruchung von Zahnärzten äußerst, um zweitens überprüfen zu können, ob und welche Beanspruchungsmerkmale sich verändern lassen, wenn Patienten mit Zahnbehandlungsphobie an einer Intervention teilnehmen, heißt es. Möglicherweise ließe sich die Beanspruchung von Zahnärzten dadurch reduzieren, dass extrem ängstliche Patienten von einer kurzen Psychotherapie profitieren.

(Quelle: www.zm-online.de, 28.05.2014, Autor: Nora Buhrow)

Schlagzeilen

Weisheitszähne haben mit Engständen an den vorderen Zähnen selten etwas zu tun

Das Thema kommt bei unseren Sprechstunden alle 3 bis 4 Wochen vor, wenn zum Beispiel wieder ein Jugendlicher Zahnspangenträger mit seinem großen Röntgenbild vom Kieferorthopäden zu uns geschickt wird. Der oder die Kollege/in wünscht von uns die Entfernung der Weisheitszähne. Warum und weshalb erfahren wir von der begleitenden Mutter: "Damit sich die Zähne vorne nicht verschieben". Dann folgt eine typische Auseinandersetzung zwischen uns und der Mutter über die wissenschaftliche Erkenntnis bezüglich der Weisheitszähne und deren Auswirkung auf einen frontalen Engstand. Leider hat diesem Fall der Kieferorthopäde keine zwei Sekunden über die von ihm veranlasste Zahnentfernung nachgedacht. Und würden wir das tun, was wir Deutsche am besten können, nämlich einfach ohne selber nachzudenken funktionieren, dann würden wir als der Hauszahnarzt an dieser Stelle dem Patienten die Weisheitszähne einfach entfernen. Schließlich verdienen wir damit unsere Brötchen. Das Spielchen spielen wir aber nicht mehr mit.

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